Standuhr aufbauen leicht gemacht

Viele Käufer stehen vor der Frage wenn man sich eine Standuhr zulegen möchte, ob man diese auch selbst aufbauen kann? Oder anders gefragt: Bin ich beim Kauf einer solchen Uhr auf den Fachhändler vor Ort angewiesen oder kann ich vom reichhaltigen Angebot im Internet profitieren? Da der Großuhr bei den meisten Fachhändlern nur wenig Beachtung geschenkt wird bleibt oft nur der Weg des Versandhandels.

Was sehr kompliziert aussieht ist in der Regle in wenigen Minuten geschehen. Da die Uhren komplett vormontiert sind müssen lediglich Pendel und Gewichte eingehängt werden.

Die größte Hürde stellt oftmals die Anlieferung per Spedition dar. Die Uhren werden in großen Kartons auf Palette angeliefert; hier sollte genügend Platz vorhanden sein um die Uhr, zumindest kurzfristig, abzustellen (Garage oder Hausflur etc…). Anschließend kann der Karton geöffnet und die Uhr an den gewünschten Platz gestellt werden. Gehen Sie dabei wie bei einem Möbelstück vor. Bei manchen Modellen, gerade bei Kieninger Uhren, sind am Sockel kleine justierbare Füße angebracht die ein senkrechtes Aufstellen ohne Mühe ermöglichen.

Danach sollte sämtliches Verpackungsmaterial, etwa Styropor, Klebeband oder Gummibänder aus dem Inneren der Uhr entnommen werden. Zum Schluss noch das Pendel und die Gewichte an die dafür gekennzeichneten Haken hängen und fertig!

Sie sehen, im Grunde ist diese Arbeit nicht schwieriger als das Aufhängen einer kleinen Wanduhr. Die Vorgehensweise ist nahezu identisch, lediglich die Anlieferung selbst sollte gut durchfacht und geplant werden.

Ankerautomatik bei Kieninger Uhren

Seit einigen Jahren werden die meisten Kieninger Uhren mit einer Ankerautomatik gefertigt. Doch was verbirgt sich hinter dieser geheimnisvollen Bezeichnung?

Vielen kennen das Szenario von „Großmutters“ Uhr: Wenn eine Wanduhr auch nur geringfügig schief hängt bleibt sie stehen weil das Ticken der Uhr (man sagt auch Abfall) ungleichmäßig wird.

Außerdem kann es vorkommen, dass bei Uhren dieser Abfall verstellt ist weil die Uhr, etwa beim Aufhängen, unsachgemäß behandelt wurde und sich die Position des Ankerweisers zur Mittelsenkrechten des Ankerrades verstellt hat. Für den Fachmann ist solch eine Einstellung eine Kleinigkeit, für den Laien stellt sie oftmals eine unüberwindbare Hürde da.

Hier können Sie Uhren mit Ankerautomatik kaufen

Doch seit einigen Jahren gibt es Abhilfe in Form einer „Ankerautomatik“. Diese clevere Konstruktion lässt nun das Pendel als eine Art Senklot so arbeiten. Durch einen kräftigen Pendelschwung stellt sich das Ticken der Uhr innerhalb weniger Minuten gleichmäßig ein sodass die Uhr selbst dann laufen würde wenn sie schräg an der Wand hängt.

Gängige Hersteller von Uhren mit Ankerautomatik sind: Kieninger, Hermle und AMS

Wann sollte eine Großuhr gereinigt oder überholt werden

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, weil dies immer auf den Einzelfall ankommt. Bei Uhren, die nicht älter als 20 Jahre alt sind, ist davon auszugehen, dass bereits ein vollsynthetisches Uhrenöl, etwa "Clock 859 von Dr. Tillwich" verwendet wurde. Dieser Hersteller garantiert, dass das Öl 12 Jahre seine Schmiereigenschaften beibehält. Erst danach beginnt nach und nach der Alterungsprozess. In Fachkreisen sagt man, das Öl verharzt (obwohl es im Grunde gar kein Harz enthält und somit harzfrei ist).

Doch was passiert wirklich mit dem Öl und warum muss es erneuert werden? Mit der Zeit verdampfen die flüssigen Bestandteile des Uhrenöls. Eine klebrige zähe Masse bleibt übrig. Durch diesen zähen "Honigbrei" ist eine ausreichende Schmierung nicht mehr gewährleistet und die Uhr bleibt im Idealfall stehen. Idealfall deshalb, weil es auch Uhren gibt, die trotz eines alten und nicht mehr funktionierenden Uhrenöles dennoch einige Zeit weiterlaufen.

Es gibt immer wieder Leute die stolz erzählen: "Meine Uhr ist schon 20 Jahre alt und war noch nie beim Uhrmacher". Dabei wissen die wenigsten, dass es eigentlich jetzt bereits zu spät ist die Uhr einer gewöhnlichen Wartung zu unterziehen.

Da eine solche Uhr dann trocken läuft laufen nun nach und nach die Lager des Uhrwerkes aus, die Zahnräder werden nicht mehr in der notwendigen Position geführt und die Uhr bleibt letzten Endes stehen weil sich die Achsenabstände des Zahneingriffes verändern. Die Folge sind meist sehr teure Reparaturen bei denen etliche Lager ersetzt oder zumindest nachgeschlagen werden müssen. Frühere wurden oftmals organische Öle wie Knochenöl etc.. verwendet, welche nur eine sehr kurze Lebensdauer haben.

Es ist deshalb ratsam, je nach Raumtemperatur, einen Kundendienst etwa alle 8-10 Jahre durchführen zu lassen.

Pendeluhren mit Ankerautomatik

Viele moderne Pendeluhren sind mit einer Ankerautomatik ausgestattet. Diese Funktion stellt das Ticken der Uhr nach der Schwerkraft der Erde selbständig ein. Hierzu ist es erforderlich, das Pendel sehr weit nach links aus zu lenken und es los zu lassen. Das Pendel sollte nun, an der Pendelspitze gemessen, einen Ausschlag von links nach rechts von ca. 40 cm aufweisen. Sollte die Uhr wider Erwarten dennoch stehen bleiben, bitte den Vorgang wiederholen; dieses Mal jedoch von der rechten Seite.

Die Pendelschwingung wird sich innerhalb der nächsten 10 Minuten wieder auf das gewohnte Maß reduzieren. Während dieser Einschwingphase stellt sich das Ticken der Uhr nun selbständig gleichmäßig ein.

Der große Vorteil von Uhren mit Ankerautomatik liegt darin, dass diese Uhren nicht mehr mit einer Wasserwaage exakt senkrecht aufgehängt werden müssen, sondern dass diese auch bei Schräglage funktionieren würden. Dies macht diese Uhren besonders einfach in der Handhabung.

Gängige Hersteller solcher Uhren sind die Firmen Hermle, AMS und Kieninger.

Einstellen von Uhren mit mechanischem Pendelwerk

Wenn ein mechanisches Pendelwerk ungleichmäßig tickt ("hinkt") oder nach kurzer Zeit stehenbleibt, so hat sich in den meisten Fällen die Pendelführung auf der Ankerwelle verdreht und damit die Stellung des Ankers zum Hemmungsrad verändert. Dies kann sowohl bei der Montage als auch beim Einhängen des Pendels vorkommen.

1. Das Uhrgehäuse leicht nach links oder rechts schräghängen oder -stellen, bis das Ticken vollkommen gleichmäßig wird.

2. Das Pendel vorsichtig abnehmen, Wanduhren evtl. abhängen.

3. Die Pendelführung sehr vorsichtig in Richtung der Schräglage bis zum Anschlag führen.

4. Die Pendelführung nun geringfügig über den spürbaren Widerstand hinausdrücken - sie verdreht sich dabei auf der Ankerwelle.

5. Das Uhrgehäuse wieder senkrecht aufhängen oder -stellen, das Pendel einhaken und das Uhrwerk erneut abhören.

6. Ist das Ticken noch nicht gleichmäßig, die Justierung wiederholen, bis die richtige Stellung der Pendelführung gefunden ist.

Sollte das Einstellen des Tick-Tack Geräusches trotz der Anleitung nicht erfolgreich sein, empfehlen wir Ihnen einen Uhrmacher aufzusuchen. Er kann das Ticken in wenigen Minuten und ohne großen Aufwand einstellen!

Ganggenauigkeit bei mechanischen Armbanduhren

Eine mechanische Armbanduhr darf am Tag bis zu 30 Sekunden falsch gehen. Tut Sie das nicht, so hat die Uhr evtl.

1. Einen Schlag oder eine starke Erschütterung erlitten. Dadurch verstellt sich der sogenannte Rückerschlüssel, der als Reguliereinrichtung dient.

2. Oder die Uhr wurde für einige Zeit einem Magnetfeld ausgesetzt. Durch Magnetismus „verkleben“ die Umgänge der Spirale der Unruh und die Uhr geht dadurch deutlich falsch. Dies kann sowohl zu Hause oder während des Transports geschehen sein, wenn die Uhr etwa neben einem Paket mit Lautsprechern etc. gelegen hat. Der Magnetismus kann vom Uhrmacher problemlos in wenigen Augenblicken durch ein Entmagnetisiergerät entfernt werden, oder aber man wartet einige Wochen; dann nämlich verliert sich dieser von alleine.

Rückerschlüssel

Rückerschlüssel

Uhr neu einregulieren

Wenn die Uhr nach einigen Wochen dennoch deutlich falsch läuft kann die Uhr vom Uhrmacher neu einreguliert werden. Diese Arbeit erfolgt innerhalb der ersten zwei Jahren meist auf Kulanz und somit kostenlos.

Ganggenauigkeit bei Automatikuhren:

Unter Automatikuhren werden mechanische Armbanduhren verstanden, bei der die Uhrwerksfeder bei Armbewegungen des Trägers durch einen Rotor in kleinen Schritten automatisch aufgezogen wird. Der Rotor, der zumeist kugelgelagert ist, bleibt bei Bewegungen des Uhrgehäuses aufgrund seiner Massenträgheit und der Schwerkraft im Raum stehen. Hierdurch wird ein Drehmoment auf den Aufziehmechanismus ausgeübt.

Die Ganggenauigkeit von Automatikuhren ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Dabei bestimmen Temperatur, Luftdruck und Trageweise, wie genau eine Automatikuhr läuft.

Eine Gangabweichung von < 6 Sekunden/Tag ist ein exzellenter Wert, dieser wird jedoch meist nur bei sehr hochwertigen Automatikwerken erreicht. Eine “normale” Abweichung liegt in der Regel zwischen 10 – 30 Sekunden /Tag.

Automatikuhr einstellen

Tipp: Wenn Ihre Uhr mehr als 10 Sekunden pro Tag falsch geht können Sie versuchen, die Uhr nachts in verschiedenen Positionen abzulegen. Durch die, wenn auch minimale, Unwucht der Unruh, ist es entscheidend ob die Uhr auf dem Rücken, der Kronenseite oder der Krone abgewandten Seite liegt. Hierdurch kann die Uhr, je nach Lage, eine gewünschte Gangabweichung von bis zu 30 Sekunden erreichen. Ein Ausprobieren lohnt allemal!

Funktion einer Ingersoll Faltschließe:

Die Ingersoll Faltschließe kann man durchaus als geniale Konstruktion betrachten sofern man die Funktionsweise verstanden hat. Einmal auf die passende Länge eingestellt geschieht das Anlegen der Armbanduhruhr in Windeseile.

In diesem Video wird gezeigt, wie die Faltschließe sich öffnen und auf die richtige Länge einstellen lässt.

Tipp: Dieses Video kann auch für viele andere Marken, etwa TW STEEL, Engelhardt und Esprit eine Hilfestellung bieten, ist die Funktionsweise doch nahezu identisch.

Funkuhr

Wenn eine Funkuhr nicht ordnungsgemäß funktioniert bzw. der Sekundenzeiger stehen bleibt kann dies drei Gründe haben:

  1. Da die Uhrwerke wie kleine Computer funktionieren, kann es vorkommen, dass diese sich „aufhängen“. Deshalb sollte zuerst das Uhrwerk „resettet“ werden: Batterie heraus nehmen, für ca. 5 Sekunden verkehrt herum einsetzten, wieder herausnehmen und wieder richtig herum einsetzen.
  2. Ein stehender Sekundenzeiger kann auch ein Signal für ein zu schwaches oder gestörtes Funksignal sein. Ältere, nicht funkentstörte, Elektrogeräte im Haus können das Funksignal ebenfalls stören. Das Funksignal ist mit dem eines Radios zu vergleichen. In manchen Ecken der Wohnung kann das Signal ausreichend stark sein, in anderen Ecken wiederum nicht. Deshalb die Uhr an einem anderen Platz ausprobieren, wie etwa in einem anderen Zimmer (die Uhr muss hierzu nicht aufgehängt werden sondern kann auch liegen). Oftmals genügt es, wenn die Uhr nur wenige Zentimeter weiter aufgehängt wird – also ausprobieren.
  3. Das Uhrwerk befindet sich außerhalb der Reichweit zum Sendemast. Dieser liegt in Mainflingen bei Frankfurt am Main. Das Funksignal kann bei idealen Bedingungen bis zu einem Radius von 2000km empfangen werden.
  4. Sollten alle diese Tipps nicht zum Erfolg führen muss von einem Defekt am Uhrwerk ausgegangen werden.

Stoßsicherung bei Armbanduhren

Wenn Sich bei einer mechanischen Armbanduhr die Unruh nicht mehr bewegt und die Uhr ohne erkennbaren Grund stehen bleibt so hat vermutlich die sogenannte Stoßsicherung gegriffen. Dies ist eine Schutzfunktion von mechanischen Uhren um den sehr empfindlichen Unruhzapfen gegen Stöße zu schützen. Hierbei springt die Unruh bei einem harten Schlag von außen aus dem eigentlichen Lager heraus. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Unruh nicht ohne Weiteres von alleine in das Lager zurück springt, wie vermutlich bei Ihrer Uhr geschehen.

Probieren Sie zunächst die Uhr zu kräftig zu schütteln. Sollte die Uhr noch nicht beginnen zu laufen kann es notwendig sein, die Uhr ein paar Mal in die offene Hand zu schlagen (keine Sorge; das muss die Uhr aushalten).

Stoßsicherung Unruhzapfen bei mechanischen Armbanduhren